Grenzerfahrung:
Beim Werden dem Sein Nachspüren
Johannes Zoller spürt beim Werden dem Sein nach. Und damit meint er nicht nur seine Kunst. Grund genug für den Kreiskunstverein, den erst seit einigen Monaten in Gütersloh ansässigen Bildhauer und Maler jetzt im Studio des Veerhoffhauses vorzustellen. Was er im Studio zeigt, sind Formen mit organischem Charakter, ohne das sie naturalistisch wirken. Er lässt sich führen von seinen Gedanken und seinem Verlangen nach der „reinen”, vollendeten Form. Kein vom Intellekt gesteuertes Tun, kein Wirken, das durch eine begriffliche Einsortierung oder eine Vorstellung bereits in ihrem endgültigen Sein festgelegt wäre. Es geht um ureigenste Ich – Erfahrungen, um das psychische Zerstören von Bildern im Kopf als Beginn eines wirklichen, absolut freien Schaffenprozesses. Auch Zoller will „zum Wesentlichen” vordringen, „denn das ist letztlich bei allen Völkern gleich, auch wenn sie es unterschiedlich formulieren oder darstellen.„ Die Suche nach der Universalität des einen Gesetzes. Der Künstler nennt es „formende Dehnung des Sehnens” – andere „Gott”.
Die Glocke |